Uni-Bayreuth

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Kompostierungsversuche mit Biokohle an der Universität Bayreuth

Daniel Fischer1, Gerald Dunst2, Bruno Glaser3
1 Abteilung Bodenphysik, Uni Bayreuth
2 Ökoregion Kaindorf
3 Bodenbiogeochemie, MLU Halle-Wittenberg

V 1.3 in Neueste wissenschaftliche Ergebnisse

08.07.2010, 14:25-14:45, H 8, GEO

In vielen Publikationen wurde auf das Vorkommen von tiefgründig schwarzen Böden eingegangen. Ihr Auftreten in zahlreichen Arealen und Insel-Bereichen blieb viele Jahrzehnte lang ein unerwartetes und überraschendes Phänomen. Im Gegensatz zu den umliegenden Böden weisen nämlich diese als Terra Preta bezeichneten Böden eine sehr hohe, anhaltende Fruchtbarkeit mit einem exzellenten Nährstoff- und Wasserspeichervermögen auf.   Durch die langjährige Forschungstätigkeit von Archäologen und Bodenkundlern gilt es heutzutage als erwiesen, dass dieser besondere Bodentyp auf einen anthropogenen, prä-kolumbischen Ursprung zurückzuführen ist. So vermutet man, dass die Ureinwohner des Amazonasgebietes Exkremente, Pflanzen- und Tierreste sowie organisches Material zusammen mit Holzkohle (Biokohle) in den Boden eingebracht haben. Diese Wirtschaftsweise machte es ihnen über viele Jahrhunderte möglich, eine nachhaltige Form der Landwirtschaft mit einem geschlossenen Stoffkreislauf und einer hohen Produktivität zu betreiben.   Die Anwendung von Biokohle stellte hierbei ein wesentliches Element bei der Entstehung dieser hoch produktiven und nachhaltig fruchtbaren Böden dar. Trotz intensiver Forschungsbemühungen ist es jedoch noch nicht gelungen, Terra Preta Böden zu reproduzieren. Obwohl von der Biokohle vielseitige bodenverbessernde Eigenschaften ausgehen, reicht ihr alleiniger Einsatz nicht aus, um tatsächlich die entscheidenden Bodenbildungsprozesse in Gang zu setzen, die zu den bekannten charakteristischen Eigenschaften von Terra Preta Böden führen. Weitere biologische, chemische und physikalische Faktoren scheinen hier ebenfalls von Belang zu sein.   In diesem Zusammenhang beschäftigt sich die Biokohle-Forschungsgruppe an der Universität Bayreuth in Zusammenarbeit mit der Ökoregion Kaindorf intensiv mit der Frage, inwiefern sich durch eine Kombinierung von Biokohle und Kompost synergetische Effekte erzielen lassen, die:   1.                  zu einer Optimierung der Materialeigenschaften von Biokohle beitragen 2.                  den Wert von Kompostdünger steigern und ihr C-Sequestierungspotential in der Landnutzung durch stabile organische Kohlenstoffverbindungen (Black Carbon) verbessern 3.                  Konzepte zu nachhaltigen, effizienten und regionalen Kreislaufwirtschaftssystemen auf diese Weise ermöglichen und befördern   In dem Kurzvortrag werden hierzu einige aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt.

last modified 2010-07-06