Uni-Bayreuth

Sprungmarken

 

Biokohle als Teil einer Ökoregion

Gerald Dunst1
1 Sonnenerde - Gerald Dunst Kulturerden GmbH, Ökoregion Kaindorf

V 2.2 in Anwendung von Biochar in der Praxis

08.07.2010, 17:00-17:45, H 8, GEO

Durch den Einsatz von Biokohle können die Verluste der Hauptnährstoffe Kohlenstoff und Stickstoff nachweislich deutlich reduziert , und damit die etablierte Kompostierungs-technologie nachhaltig hinsichtlich Produktqualität und Klimarelevanz verbessert werden. Außerdem können über die Verkohlung Abfälle in den Stoffstrom eingebracht werden, die bislang unter Energiezufuhr verbrannt wurden (Beispiel Papierfaserschlamm). Für das Humusaufbauprojekt der Ökoregion Kaindorf könnte dies ein entscheidender Schritt für die flächendeckende Umsetzung sein.

Die Ökoregion Kaindorf ist ein Zusammenschluss von 6 Gemeinden, mit dem Ziel bis zum Jahr 2020 CO2-neutral zu sein. Ein wichtiges Teilprojekt ist in dieser Region das Humusaufbau-Projekt, wo versucht wird, die Böden in möglichst kurzer Zeit mit Humus anzureichern. Dazu wurden bislang 3 internationale Humus-Symposien abgehalten, wo Wissenschaftler und Praktiker über die Möglichkeiten des Humusaufbaues diskutierten.

Der Leiter der Arbeitsgruppe Landwirtschaft  Gerald Dunst ist auch Geschäftsführer der Firma Sonnenerde Kulturerden GmbH. Auf dem Firmengelände der Firma Sonnenerde werden seit 2 Jahren Kompostierungsversuche mit Holzkohle betrieben und ausgewertet. Als erstes gesichertes Ergebnis konnte gezeigt werden, dass der Zusatz von 10-20% Holzkohle die Verluste von Kohlenstoff und Stickstoff deutlich reduzieren kann. (Kohlenstoff von 50% auf 20%, Stickstoff von 30% auf 10-15%). Durch den Einsatz von Holzkohle können diese beiden Hauptnährstoffe also besser im System gehalten werden. Durch die Beimpfung mit Effektiven Mikroorganismen konnte diesbezüglich keine Verbesserung erzielt werden. Die mikrobiologischen Untersuchungen und die Anwendung der verschiedenen Komposte sind derzeit noch im Gang.

Beim Ziel der flächendeckenden Umsetzung des Humusaufbauprojektes ist die Verfügbarkeit der organischen Masse für die Humusbildung der begrenzende Faktor. Durch eine weitere Effizienzsteigerung bei der Umwandlung zu Humus könnten hier entscheidende Fortschritte erzielt werden. Nach ersten Vorgesprächen soll zur Abklärung dieser Fragestellung ein Großparzellenversuch in der Landwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof in Graz (70 Parzellen) noch im Herbst 2010 gestartet werden. Im Winter 2010 soll weiters die erste Pyreg-Anlage Österreichs zur Verkohlung von Knochen und Papierfaserschlamm in Betrieb gehen.

Letzte Änderung 22.06.2010