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Industrielle Produktion von Biochar

Bernd Schottdorf1
1 GC-German Charcoal GmbH

V 3.5 in Biochar-Technologien

09.07.2010, 10:40-11:00, H 8, GEO

Industrielle Produktion von BioChar     Die jährliche globale Produktion an Biomasse wird auf ca. 90 Mrd. Tonnen geschätzt. Ein signifikanter Teil hiervon könnte in Form von BioChar in den Erdboden eingearbeitet werden. Dies würde die Produktion an Biomasse steigern und zu zusätzlicher CO2 Bindung im Boden führen.   Es fehlt bisher eine wirtschaftliche kostengünstige Methode zur Umwandlung von Biomasse in BioChar in industriellen Großmengen.   Wenn BioChar in großen Mengen produziert wird, werden drei Hauptanwendungsbereiche miteinander um den Kohlenstoff konkurrieren:    

  • Energie
  • Metallurgie und
  • Terra Preta
  Die bisherigen Methoden der BioChar Produktion haben eine Reihe von Nachteilen:  
  • geringe Produktionsmengen,
  • komplizierte Anlagen,
  • hohe Kosten,
  • Abhängigkeit von standardisierten Ausgangs-materialien.
    Die Methode von German Charcoal: Ein senkrecht stehender, siloartiger Behälter aus Stahl, der am unteren Ende durch ein Gitter und einen trichterförmigen Auslass begrenzt ist, wird mit Biomasse gefüllt und an dem Gitter entzündet. Es entsteht eine Glutzone. Die Luftzufuhr wird präzise geregelt. Der in dem Reaktor aufsteigende Luftstrom erhitzt sich in der Glutzone auf ca. 500 °C. Nach Verbrauch des Sauerstoffs in der Glutzone steigt das erhitzte Gas weiter auf und führt in der darüberliegenden Zone zur Pyrolyse. Das Pyrolysegas durchströmt die darüberliegende Biomasse und wird hierbei mit Wasserdampf angereichert. Die Biomasse reinigt gleichzeitig das aufsteigende Pyrolysegas von Staubpartikeln. Im oberen Ende des Reaktors tritt ein energiereiches brennbares Gas aus. Dieses kann der weiteren energetischen Verwendung zugeführt werden. Der Prozess läuft kontinuierlich wie bei einem Hochofen. Biomasse wird oben kontinuierlich (automatisch) nachgefüllt, in dem untenliegenden Trichter wird BioChar kontinuierlich (automatisch) entnommen. Ein Reaktor mit einer Grundfläche von 3 x 3 m liefert pro Tag ca. 3 Tonnen BioChar.        

Vorteile der Methode:
 
  • Nachhaltigkeit Alle Arten von Biomasse können eingesetzt werden, z. B. Holz, Holzabfälle, Stroh, Reisstroh, Gummibäume, Tomatenstauden, Cassava, Babassu Nüsse, etc.
  • Einfaches Verfahren und einfache Verwendung Alle Materialien liefern ein einheitliches Produkt. Dieses kann in Form von Pulver, Pellets oder Briketts eingesetzt werden.   
  • Vollständige Nutzung  der Biomasse Sowohl BioChar als auch brennbares Gas fällt an.
  • Keine Schadstoffe Das freiwerdende Pyrolysegas kann vollständig und staubfrei verbrannt werden.   
  • Vorteilhafte Logistik Das Produkt BioChar besitzt einen hohen Energiegehalt und kann über weite Strecken zum Ort der Verwendung transportiert werden.

Letzte Änderung 30.06.2010