Uni-Bayreuth

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Minderung von Treibhausgasemissionen durch verschiedene Biokohlen

Jürgen Kern1, Jan Mumme1, Mamadou Diakite1, Christian Steinberg2, Ralph Menzel2
1 Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V.
2 Humboldt-Universität zu Berlin

V 1.5 in Neueste wissenschaftliche Ergebnisse

08.07.2010, 15:05-15:25, H 8, GEO

Kohlenstoffreiche Böden und verschiedene Biokohletypen wurden mit einem kohlenstoffarmen, lehmigen Sand vermischt und in mehrtägigen Inkubationen auf die Freisetzung von CO2 und N2O untersucht. Der Kohlenstoffgehalt der Böden korrelierte mit der CO2-Freisetzung und lag zwischen 0,6 mg CO2-C kg-1 h-1 und 17,5 mg CO2-C kg-1 h-1. Aus den Biokohlen wurden bis zu 8,3 mg CO2-C kg-1 h-1 freigesetzt, ohne dass ein Zusammenhang zum Kohlenstoffgehalt erkennbar war. Langzeitinkubationen werden fortgeführt, um weitere Informationen über die C-Stabilität der Biokohlen zu erhalten. Die Freisetzung von N2O sank von 31,6 µg N2O-N kg-1 h-1 (reiner Sand) auf unter 1 µg N2O-N kg-1 h-1 bei Anwesenheit von HTC-Biokohle. Angesichts des hohen Treibhausgaspotenzials von N2O kann der Einsatz von Biokohlen im Ackerbau neben der Bodenverbesserung somit einen wirkungsvollen Beitrag zur Senkung von Treibhausgasemissionen leisten. Die Anwendung von Biokohle auf Ackerböden wirft allerdings die Frage nach ihrer ökotoxikologischen Unbedenklichkeit auf. Erste Biotests mit Invertebraten zeigten, dass der Kontakt mit Extrakten einer HTC-Biokohle zu keiner verminderten Reproduktion beim Fadenwurm Caenorhabditis elegans führte.

Letzte Änderung 17.06.2010